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Hydraulischer Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich ist ein Muss

Ihre Heizung wird nicht warm genug, in einem anderen Raum vielleicht sogar zu heiß, oder es werden bei gleichem Heizbedarf verschiedene Räume ungleich beheizt. Dadurch können Geräusche entstehen und hohe Heizkosten verursacht werden. Ein hydraulischer Abgleich kann dagegen Abhilfe schaffen. Mit einem hydraulischen Abgleich wird die Wärmeversorgung von Heizkörpern ausgeglichen, indem die Heizanlage entsprechend geplant bzw. (bei Altanlagen) nachträglich angepasst wird. Das Optimum wird dabei mithilfe eines Rechenmodells bestimmt. Durch diese Maßnahme können Heizkosten gespart und ein bedürfnisgerechter Betrieb erzielt werden.

  Was ist ein hydraulischer Abgleich und wofür wird er gebraucht

Hydraulischer Abgleich
hydraulischer Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich eignet sich für Heizanlagen, die über zwei Rohrleitungen verfügen: Einer Vorlaufrohrleitung, die den Wärmeträger – bei Warmwasserheizungen ist das Wasser – vom Heizkessel zum Heizkörper transportiert und einer Rücklaufrohrleitung, in der das durch den Verbrauch abgekühlte Wasser wieder zur Wärmequelle zurückfließt, wo ihm erneut Wärme zugeführt werden soll. Es kann auch unter Umständen in einen Speicher fließen. Die Heizkörper sind an die Rohrleitungen direkt angeschlossen, mit jeweils einem Anschluss an den Vorlauf und einem an den Rücklauf. Der Zufluss des Warmwassers vom Heizkessel zu den Heizkörpern erfolgt durch eine Umwälzpumpe. Nun besteht das Kernproblem, das durch den hydraulischen Abgleich behoben werden soll, darin, dass der Weg von der Wärmequelle zu den einzelnen Heizkörpern unterschiedlich lang ist. Vom Heizkessel aus gesehen gibt es einen nächstgelegenen Heizkörper, die übrigen sind der Reihe nach weiter entfernt, wodurch dass Warmwasser zu ihnen einen längeren Weg zurücklegen muss.

Was bedeutet das?

Das bedeutet auch einen erhöhten Strömungswiderstand zu den weiter gelegenen Heizkörpern und einen entsprechend geringeren beim ersten Heizkörper. Letzteres führt dazu, dass der nächstgelegene Heizkörper wegen des niedrigeren Durchflusswiderstandes auf Kosten der restlichen Heizkörper mit Wasser überversorgt wird. Hinzu kommen zeitliche Verluste durch die verzögerte Wärmeversorgung, die sich beim Verbraucher dadurch bemerkbar machen, dass auf die Temperatureinstellung der Heizung nicht rechtzeitig mit einem befriedigenden Ergebnis „reagiert“ wird.

Weitere Probleme ohne ein hydraulischen Abgleich.

Auf ein weiteres Problem stößt man wegen der Eigenschaften des Rücklaufs ohne einen hydraulischen Abgleich. Der Rücklauf des ersten Heizkörpers ist nämlich aufgrund des geringeren Durchflusswiderstandes heißer als derjenige der anderen. Wird der Rücklauf jedoch zu heiß, schaltet entweder die Pumpe ab oder aber der Brenner des Heizkessels, denn für den Fall dass das Rücklaufwasser zu heiß ankommt ist ein Notstopp vorgesehen wenn die einen laufenden Betrieb garantierende Wassertemperatur überschritten wird. Ist das Wasser überhitzt, kann es die benötigte Wärme nicht aufnehmen. Bei der Abkühlung des Heizkessels kommt es zu Energieverlusten. Damit es zu all diesen Beeinträchtigungen gar nicht erst kommt, müssen die Strömungswiderstände in den Rohrleitungen überall ausgeglichen werden. Genau das ist das Ziel des hydraulischen Abgleichs.

Idee und Strategie des hydraulischen Abgleich

Sollen die entfernten Heizkörper ausreichend mit Wärme versorgt werden, kann eine der Maßnahmen darin bestehen, dass die Vorlauftemperatur erhöht wird. Wie sich nach der Behandlung des Themas Wärmeentwicklung im vorigen Abschnitt erraten lässt, ist diese Art von Eingriff alleine eher ungünstig. Das Wasser soll ja nicht überhitzt und die Folgen davon für einen optimalen Betrieb unbedingt vermieden werden. Alternativ könnte man noch das Ventil für den ersten Heizkörper abdrehen, müsste sich dann aber mit der für ihn nun eingestellten Wärmeversorgung arrangieren. Als weitere Maßnahme kann die Pumpenleistung erhöht werden. Auch hier wieder dasselbe Problem: Der Durchfluss beim ersten Heizkörper wird erhöht, weil der Strömungswiderstand dort niedrig ist, der Rückfluss wird in der Folge heißer. Hinzu kommen noch erhöhte Stromkosten für die Pumpe.

Was man braucht, sind voreinstellbare Thermostatventile an den Heizkörpern.    

Diese bilden den wesentlichen Bestandteil eines hydraulischen Abgleichs. Sie dienen der Regulierung des Durchflusses und ihre Voreinstellwerte werden speziell berechnet. Zu einem hydraulischen Abgleich gehört außerdem meist ein Wechsel der Umwälzpumpe, damit diese nicht unnötig viel Strom verbraucht, da mit einem hydraulischen Abgleich der Pumpenbedarf geringer ausfällt. Eine Studie von OPTIMUS hat nämlich gezeigt, dass Heizpumpen durchschnittlich um den Faktor 3 überdimensioniert sind. Beim hydraulischen Abgleich soll eine überdimensionierte Pumpe gegen eine leistungsschwächere getauscht werden, die elektronisch regelbar ist. Für die Berechnung der optimalen Werte wird eine eigene Software verwendet. Falls ein hydraulischer Abgleich nachträglich durchgeführt werden soll, erfolgt zuerst eine Bestandsaufnahme durch ein/e Fachmann/-frau, um die für die Berechnung notwendigen Informationen zu sammeln.